Haben Sie schon einmal eine Grafik entworfen, die am Bildschirm richtig knallig aussah — und auf dem bedruckten T-Shirt wirkten die Farben dann etwas anders, dunkler oder weniger intensiv? Das ist kein Druckfehler, sondern Physik: Ein Bildschirm und ein Drucker erzeugen Farbe auf zwei völlig unterschiedliche Arten. In diesem Leitfaden erklären wir in einfacher Sprache, wie unser DTF-Drucker Farben wiedergibt, warum wir empfehlen, die Druckvorlage in CMYK anzulegen, und was genau Sie erwarten können, wenn Sie uns eine RGB- oder PANTONE-Datei senden.
Der Bildschirm Ihres Computers oder Smartphones besteht aus Millionen winziger Punkte, die Licht aussenden — in drei Farben: Rot (Red), Grün (Green) und Blau (Blue), daher der Name RGB. Durch das Mischen dieser drei Lichtfarben entstehen alle anderen Farben: Rot und Grün ergeben zusammen Gelb, alle drei ergeben Weiß, und sind alle drei ausgeschaltet, sehen wir Schwarz. Diese Art der Mischung heißt additiv — die Lichter addieren sich.
Deshalb ist RGB die natürliche „Sprache“ von allem, was auf einem Bildschirm betrachtet wird: Fotos vom Smartphone, Bilder aus dem Internet, Designs aus Photoshop oder Canva. RGB kann auch extrem gesättigte, fast leuchtende Farben darstellen — denn ein Bildschirm leuchtet buchstäblich.
Ein Druck sendet kein Licht aus — wir sehen seine Farbe, weil die Tinte einen Teil des Lichts absorbiert und den Rest zu unserem Auge zurückwirft. Der Druck verwendet daher das umgekehrte, subtraktive Modell: Cyan, Magenta, Yellow (Gelb) und K (Key — Schwarz). Je mehr Tinte wir auftragen, desto mehr Licht wird absorbiert und desto dunkler wird die Farbe.
Unser DTF-Drucker Hanrun Super A-604 druckt mit genau diesen vier Farben — plus weißer (White) Tinte, die unter dem Motiv als Grundierung gedruckt wird. Ihr ist es zu verdanken, dass die Farben auch auf schwarzen und dunklen T-Shirts leuchtend bleiben.
Theoretisch würde das Mischen von Cyan, Magenta und Gelb Schwarz ergeben — in der Praxis entsteht jedoch ein schmutziges Dunkelbraun. Deshalb ist Schwarz eine eigene Tinte: Sie liefert ein tieferes Schwarz, schärferen Text und sauberere feine Details.
Die Menge aller Farben, die ein Gerät darstellen oder drucken kann, nennt man seinen Farbumfang (Gamut). Im Bild unten stellt das farbige Hufeisen alle Farben dar, die das menschliche Auge sehen kann; das durchgezogene weiße Dreieck zeigt die Farben, die ein typischer Bildschirm darstellen kann (sRGB), und die gestrichelte Linie die Farben, die sich mit CMYK-Tinten drucken lassen. Der grüne Punkt ist ein Beispiel für eine gesättigte Bildschirmfarbe, die der RIP an den nächstliegenden druckbaren Farbton „heranziehen“ muss (orangefarbener Pfeil):
Der RGB-Gamut eines Bildschirms ist deutlich größer als der CMYK-Gamut des Drucks. Am größten ist der Unterschied bei stark gesättigten Grün-, Türkis-, Violett- und Orangetönen — ein Bildschirm kann sie darstellen, aber keine Kombination von CMYK-Tinten kann sie physikalisch in voller Intensität wiedergeben.
Fluoreszierende („Neon“-)Farben liegen weit außerhalb des CMYK-Gamuts — für sie wären spezielle fluoreszierende Tinten nötig, die im Standard-DTF-Druck nicht verwendet werden. Ein Neongrün oder Neonpink vom Bildschirm wird im Druck durch den nächstliegenden Farbton ersetzt — immer noch sehr lebendig, aber nicht „leuchtend“.
Ein Drucker allein weiß nicht, was er mit Ihrer Datei anfangen soll — um alles kümmert sich die RIP-Software (Raster Image Processor), das „Gehirn“ jedes professionellen Drucks. Wir verwenden DevStudio DTF RIP, das speziell für die DTF-Technologie entwickelt wurde.
Wenn wir Ihr PDF erhalten, berechnet der RIP für jede Farbe in der Datei — ob RGB, CMYK oder PANTONE — mithilfe eines ICC-Profils die nächstliegende Farbe, die unser Drucker tatsächlich drucken kann. Ein ICC-Profil können Sie sich als präzises „Wörterbuch“ für die Übersetzung zwischen Farbsystemen vorstellen — erstellt durch Messungen an genau unserem Drucker, unserer Tinte und unserer Folie. PANTONE-Farbtöne erkennt der RIP über die integrierten PANTONE-Bibliotheken und übersetzt sie nach demselben Prinzip.
In der Praxis heißt das: Farben innerhalb des CMYK-Gamuts werden sehr präzise wiedergegeben, Farben außerhalb „zieht“ der RIP an den nächstliegenden druckbaren Farbton heran — ein Vorgang, der Gamut-Mapping genannt wird. Genau deshalb wirken extrem gesättigte Bildschirmfarben im Druck etwas ruhiger.
Ein ICC-Profil ist nur so gut wie die Messungen, auf denen es basiert. Unseren Druck haben wir mit X-Rite-Messinstrumenten kalibriert: Wir haben Testcharts mit Hunderten von Farbfeldern gedruckt, jedes Feld mit dem Instrument vermessen und aus diesen Messungen das Profil erstellt, nach dem der RIP heute die Farben übersetzt.
Dabei haben wir nicht den Druck auf Papier oder auf der bloßen Folie gemessen, sondern fertige DTF-Transfers, aufgebracht auf echte T-Shirts — gedruckt mit unserer Marken-Tinte, auf unserer DTF-Folienrolle und mit unserem DTF-Pulver. Jedes dieser Elemente beeinflusst die endgültige Farbe: der Farbton und die Beschichtung der Folie, das Pulver, das den Druck bindet, Temperatur und Anpressdruck beim Pressen sowie der Stoff selbst. Durch die Kalibrierung der gesamten Kette — nicht nur des Druckers — entspricht das, was wir gemessen und profiliert haben, wirklich dem, was Sie auf dem T-Shirt erhalten.
Legen Sie Ihre Druckvorlage in CMYK an (idealerweise mit einem Standardprofil wie Coated FOGRA39), wird das, was Sie in Ihrem Programm sehen, dem endgültigen Druck sehr nahekommen — ohne Überraschungen. Senden Sie RGB, überlassen Sie die Konvertierung unserem RIP: Das kalibrierte Profil liefert ein besseres Ergebnis als eine manuelle Umwandlung in CMYK ohne Profil.
Laden Sie Ihre druckfertige PDF-Datei hoch, wählen Sie die Anzahl der Kopien und sehen Sie sofort den Preis — um die Farben kümmert sich unser kalibrierter RIP.